Lage:
Hellgrüner und dunkelgrüner GangEin grünes Paradies im Hinterhof.
Durch das niedrige Portal an der Seite eines barocken Kleinbürgerhauses betritt man den schönsten und saubersten Gangkomplex Lübecks: den hellgrünen und den dunkelgrünen Gang. Der Name "Dunkelgrüner Gang" erinnert an die Gärten und ehemaligen Wiesenflächen. Die im Süden gelegenen Gangteile wurden wegen ihrer lichten Bebauung "Hellgrüner Gang" genannt (An der Untertrave Nr. 19 und Nr. 26).
Zwischen Engelswisch und Untertrave gelegen und von beiden Seiten zugänglich, eröffnet sich eine vergessene Welt, die einen Hauch des alten Lübeck vermittelt: ein Wechselspiel schmaler Gänge, kleiner Buden, hofähnlicher Großflächen, scheinbarer Sackgassen und versteckter Ausgänge.
Die Geschichte dieses Viertels geht zurück bis ins Jahr 1357, die erste Bebauung wurde um 1587 unternommen. Allmählich bildete sich eine kleine Kolonie in der Hafengegend, dicht am Wasser und nicht fern von der Hauptstraße nach Mecklenburg.
Am 23. April 1596 erschütterte eine gewaltige Gasexplosion das Gangviertel, die sogar die Burgkirche ins Wanken brachte. Ein Spanier hatte heimlich ungekörntes Schießpulver gelagert, das durch Selbstentzündung den größten Teil des Gangviertels zerstörte.
Die heutige Bebauung des Viertels stammt aus der Zeit der großen Explosion, also aus dem 17. Jahrhundert.
Herkunft des Straßennamens Engelswisch:
Der Ursprung der Straßenbezeichnung der Engelsgrube, die auf den Engelswisch führt, ist nicht in den pausbäckigen Himmelswesen zu suchen, sondern geht auf die hanseatischen Beziehungen zu den Engländern zurück.
Damit die Englandfahrer ihre Schiffe be- und entladen konnten, wies man ihnen einen Teil des Hafens zu. In diesen Vierteln befanden sich anfangs noch Wiesen. Straßennamen wie Engelswisch erinnern an diese "Wiesen der Engländer".